ERP-Einführung mit Weitblick

10 typische Fallstricke – und wie Sie diese souverän umgehen

Teil 1: Unklare Zielsetzung – wenn der Kompass fehlt
Ohne ein konkretes Zielbild wird ERP zur reinen Technologie-Implementierung. Unternehmen verlieren schnell den strategischen Kompass.

Teil 2: ERP als reines IT-Projekt
Wenn die Verantwortung allein bei der IT liegt, fehlt oft die Einbindung von Fachbereichen und Management.

Teil 3: Fehlende Change-Management-Strategie
Neue Systeme bringen neue Abläufe – und neue Rollen. Widerstände entstehen nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unsicherheit.

Teil 4: Mangelhafte Datenqualität
Ein ERP-System ist nur so gut wie die Daten, die es verarbeitet. Schlechte Stammdaten führen zu falschen Entscheidungen und ineffizienten Prozessen.

Teil 5: Zu enge Zeit- und Budgetplanung
Viele Projekte geraten in Verzug, weil Puffer fehlen oder externe Abhängigkeiten unterschätzt werden.

Teil 6: Fokus auf Technologie statt Nutzen
Technische Möglichkeiten werden zu oft über den eigentlichen Nutzen für das Unternehmen gestellt.

Teil 7: Fehlende Prozesshamonisierung
Wird das neue System einfach über bestehende Strukturen gestülpt, bleiben viele Potenziale ungenutzt.

Teil 8: Zu wenig interne Ressourcen
Das Projekt wird "nebenher" gemacht – mit überforderten Teams und fehlender Verbindlichkeit.

Teil 9: Kein Plan für die Zeit nach dem Go-Live
Nach der Einführung beginnt die eigentliche Arbeit: Feinjustierung, Support, Weiterentwicklung.

Teil 10: Fehlender strategischer Weitblick
Ein ERP-System kann Innovation ermöglichen – oder verhindern. Entscheidend ist, wie Sie es einsetzen.

 

🗓️ Kein Plan für die Zeit nach dem Go-Live: Warum der Support nach der ERP-Einführung entscheidend ist

Die Einführung eines ERP-Systems ist ein großer Schritt für jedes Unternehmen, der oft mit viel Aufwand und Aufmerksamkeit verbunden ist. Doch nach dem Go-Live, also dem Zeitpunkt, an dem das System offiziell in Betrieb geht, endet der Prozess nicht. Viele Unternehmen machen den Fehler, sich nach der Implementierung nur auf den Moment des Go-Live zu konzentrieren und vergessen, dass der wahre Erfolg eines ERP-Systems erst nach der Einführung sichtbar wird. Ein häufiger Fallstrick dabei ist das Fehlen eines klaren Plans für die Zeit nach dem Go-Live.

 

1. Warum die Zeit nach dem Go-Live entscheidend ist

Der Go-Live ist der Höhepunkt eines langen Implementierungsprozesses, aber er stellt nur den Übergang von der Planung und Implementierung zur tatsächlichen Nutzung des Systems dar. Viele Unternehmen machen den Fehler, nach dem Go-Live in den "Routine-Modus" überzugehen, ohne ein klares Konzept für den fortlaufenden Support, die Fehlerbehebung und die kontinuierliche Verbesserung zu haben. Dabei ist die Phase nach dem Go-Live entscheidend für den langfristigen Erfolg des Systems.

In dieser Phase müssen Unternehmen sicherstellen, dass das System reibungslos läuft, dass Nutzer schnell auf auftretende Probleme reagieren können und dass alle Beteiligten weiterhin motiviert sind, das ERP-System effizient zu nutzen. Ohne einen Plan für diese Phase kann das ERP-System nicht sein volles Potenzial entfalten und die gewünschten Ziele nicht erreichen.

 

2. Die häufigsten Probleme ohne einen Plan für "die Zeit danach"

Fehlt ein klarer Plan für die Zeit nach dem Go-Live, können verschiedene Probleme auftreten:

Unzureichende Support-Strukturen
Wenn nach dem Go-Live nicht genügend Ressourcen für den Support und die Fehlerbehebung bereitgestellt werden, können Probleme schnell eskalieren. Mangelnde Unterstützung kann zu Frustration bei den Nutzern führen und das Vertrauen in das ERP-System schwächen.

Verpasste Chancen zur Optimierung
Nach dem Go-Live kommen oft neue Erkenntnisse und Verbesserungspotentiale zutage, die während der Implementierungsphase nicht erkannt wurden. Ohne einen Plan für kontinuierliche Optimierungen werden diese Chancen möglicherweise nicht genutzt, und das System bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Unzureichende Schulung und Nutzerakzeptanz
Selbst wenn während der Implementierung Schulungen durchgeführt wurden, ist es nach dem Go-Live wichtig, eine fortlaufende Schulungsstrategie zu haben. Wenn neue Funktionen eingeführt oder bestehende Funktionen weiterentwickelt werden, müssen die Mitarbeiter kontinuierlich geschult und auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Verzögerungen bei der Fehlerbehebung
Nach dem Go-Live können unerwartete Fehler auftreten, sei es bei der Integration von Systemen oder bei der Nutzung bestimmter Funktionen. Wenn es keinen strukturierten Plan für die schnelle Identifizierung und Behebung dieser Fehler gibt, können diese Probleme die tägliche Arbeit erheblich beeinträchtigen.

 

3. Wie man einen erfolgreichen Plan für nach dem Go-Live erstellt

Um den Erfolg des ERP-Systems langfristig sicherzustellen, sollten Unternehmen einen klaren Plan für die Zeit nach dem Go-Live entwickeln. Einige der wesentlichen Elemente dieses Plans sind:

Dedicated Support-Teams
Ein spezialisiertes Support-Team, das schnell auf auftretende Probleme reagieren kann, ist entscheidend. Dieses Team sollte in der Lage sein, Fehler zu beheben, Anpassungen vorzunehmen und bei komplexeren Problemen Unterstützung zu leisten.

Kontinuierliche Schulungen und Weiterbildung
Schulungen sollten nach dem Go-Live fortgesetzt werden, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter mit den neuen Funktionen und den besten Praktiken vertraut sind. Regelmäßige Auffrischungskurse und spezialisierte Schulungen für fortgeschrittene Funktionen sind unerlässlich.

Monitoring und Performance-Analyse
Nach dem Go-Live sollte das System regelmäßig überwacht werden, um sicherzustellen, dass es effizient läuft und alle Geschäftsprozesse reibungslos unterstützt. Performance-Analysen helfen dabei, mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Feedback-Schleifen und kontinuierliche Verbesserung
Es ist wichtig, eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und der Verbesserung zu fördern. Mitarbeiter sollten ermutigt werden, Feedback zu geben, und das Unternehmen sollte regelmäßig überprüfen, ob das ERP-System die angestrebten Ziele erreicht. Basierend auf diesem Feedback sollten Anpassungen und Verbesserungen vorgenommen werden.

Notfallplan und Eskalationsprotokolle
Ein Notfallplan für unerwartete Probleme und klare Eskalationsprotokolle sind essenziell. Wenn kritische Probleme auftreten, müssen schnelle Reaktionen und Lösungen möglich sein, um die Auswirkungen auf den Betrieb zu minimieren.

 

5. Fazit

Die Zeit nach dem Go-Live ist entscheidend für den langfristigen Erfolg eines ERP-Systems. Ein fehlender Plan für diese Phase kann zu ineffizienter Nutzung, unzufriedenen Mitarbeitern und verpassten Optimierungschancen führen. Um das volle Potenzial des ERP-Systems auszuschöpfen, sollten Unternehmen bereits während der Implementierung einen Plan für den Support, die Schulung und die kontinuierliche Verbesserung nach dem Go-Live entwickeln. Nur so wird das System zu einem echten Mehrwert für das Unternehmen und ermöglicht eine nachhaltige Verbesserung der Geschäftsprozesse.

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